Hülsenfrüchte richtig zubereiten: Einweichen, Kochzeit & Tipps für Kichererbse und Co.

Hülsenfrüchte richtig zubereiten: Einweichen, Kochzeit & Tipps für Kichererbse und Co.

 

Warum Hülsenfrüchte selbst kochen?

Selbst gekochte Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte bieten einige Vorteile:

  • Bekömmlicher: durch Einweichen besser verträglich
  • Besserer Geschmack & Textur: individuell steuerbar
  • Weniger Verpackung: nachhaltiger als Konserven
  • Günstiger: oft deutlich preiswerter
  • Flexibel würzbar: ganz nach deinem Geschmack


Hülsenfrüchte richtig einweichen: So gelingt die Vorbereitung

Durch einen einfachen Schritt lassen sich schwer verdauliche Mehrfachzucker (Oligosaccharide) mühelos aus Hülsenfrüchten reduzieren: das Einweichen. Dabei werden unverdauliche Bestandteile und sogenannte Antinährstoffe im Wasser gelöst. Weil das Einweichwasser diese Stoffe aufnimmt, verfärbt es sich häufig trüb. Es sollte nach Ablauf der Einweichzeit weggeschüttet und nicht zum Kochen verwendet werden.

Am besten gibst du deiner Portion etwa 12 Stunden Zeit im Wasserbad. Über Nacht eingeweicht, haben die Hülsenfrüchte ausreichend Zeit aufzuquellen und die unerwünschten Stoffe an das Wasser abzugeben. Zudem verkürzt sich dadurch die anschließende Kochzeit spürbar.

Achtung: Die Hülsenfrüchte verdoppeln beim Einweichen ihre Größe! Benutze also ein entsprechend großes Gefäß und die dreifache Menge an Wasser.Tipp für weiche Schalen: Gib 1 TL Natron pro Liter ins Einweichwasser. Natron bindet Kalk im Leitungswasser und verhindert, dass die Schale hart bleibt.


So würzt du deine Hülsenfrüchte richtig

Dass Salz im Kochwasser die Garzeit von Hülsenfrüchten verlängert, liest und hört man ständig. Doch das Gegenteil ist der Fall! Salz beschleunigt die Kochzeit und macht Linsen, Erbsen und Co. wesentlich aromatischer. Die Schalen der Hülsenfrüchte bestehen aus sogenannten Pektinketten, die sich beim Erhitzen lockern. Gelöstes Salz unterstützt diesen Lockerungsprozess und lässt das Wasser schneller eindringen. Koche sie also von Anfang an mit Salz!

Achtung bei Säuren: Zitronensaft, Essig oder Tomaten lassen die Schale verhärten. Gib säurehaltige Zutaten daher immer erst ganz zum Schluss nach dem Kochen zu deinem Gericht.

Die richtige Konsistenz: weich oder bissfest?

Hülsenfrüchte lassen sich je nach Gericht unterschiedlich zubereiten:

  • Bissfest (al dente): Ideal für Salate oder als Suppeneinlage. Koche sie maximal 30 Minuten, gieße sie direkt ab und lass sie auskühlen.
  • Weich & cremig: Perfekt für Hummus, Aufstriche oder cremige Gerichte. Für sehr weiche Hülsenfrüchte kannst du Natron direkt ins Kochwasser geben. Koche sie weich und lass sie im Kochwasser bei geschlossenem Deckel ziehen. Dabei entsteht Aquafaba, das du als Ersatz für Eiweiß nutzen kannst.

Kann ich eingeweichte Hülsenfrüchte einfrieren?

Wenn du es einmal nicht schaffst, die Hülsenfrüchte nach dem Einweichen direkt zu Kochen, kannst du sie noch bis zu zwei Tagen im Kühlschrank lagern. Wenn auch das zeitlich nicht ausreicht, kannst du eingeweichte Hülsenfrüchte sogar einfrieren! Allerdings musst du sie dann vor dem Kochen erst wieder auftauen lassen. Praktischer ist es, die Hülsenfrüchte nach dem Einweichen direkt zu Kochen und im gekochten Zustand einzufrieren. So kannst du sie gefroren direkt in deine Suppe oder ähnliches geben.


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